Kontaktlinsenarten im Überblick

Kiel, 1. Juli 2008

Wenn von Kontaktlinsen die Rede ist, fallen Schlagwörter wie „Harte“ oder „Weiche“, man spricht von Tages-, Wochen- Monats- oder sogar Jahreslinsen, und von verschiedenen Systemen. Dann gibt es noch torische, multifokale, farbige, und und und…doch was hat es auf sich mit den verschiedenen Arten? Lesen Sie hier, wonach man Kontaktlinsen unterscheidet:

1.) Material: Harte oder weiche Kontaktlinse?

Harte Kontaktlinsen gibt es schon relativ lange, ihre Anfänge gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Man bezeichnet sie auch als „formstabil“ oder „hartflexibel“, weil sie aus festen Materialien gefertigt werden. Harte Kontaktlinsen sind vergleichsweise klein (kleiner als die Hornhaut/ Iris) und relativ beweglich auf dem Auge. Sie lassen sich daher leider auch leichter verlieren. Dafür sind sie jedoch recht langlebig und können auch komplizierte Fehlsichtigkeiten sehr präzise korrigieren. Harte Kontaktlinsen erfordern eine längere Eingewöhnungszeit. Weiche Kontaktlinsen sind die Weiterentwicklung der harten Kontaktlinsen. Sie bestehen aus einem sehr weichen, biegsamen Material und sind größer als die Hornhaut. Die Ränder liegen unter den Augenlidern wodurch keine Verlustgefahr besteht, so dass auch Sportarten mit starken Bewegungen und Körperkontakt möglich sind. Durch das Anschmiegen der weichen Kontaktlinsen an das Auge ist eine schnelle Eingewöhnung und auch bei Bedarf der Wechsel zwischen verschiedenen Fabrikaten sehr gut möglich. Weiche Kontaktlinsen sind heute gängiger als harte und leicht nachzubestellen.

2.) „Nutzungsdauer“: Tages-, Wochen-, Monats-, oder Jahreslinse?

Weiche Kontaktlinsen gibt es im Gegensatz zu harten Kontaktlinsen als Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahreslinsen. Jahreslinsen können bei optimaler Handhabung und Pflege bis zu einem Jahr genutzt werden. Tages-, Wochen- oder Monatslinsen werden häufiger ausgetauscht als Jahreslinsen und deswegen auch „Tauschsysteme“ genannt. Sie werden in Blisterverpackungen geliefert. Die angegebene Nutzungsdauer besagt dabei, wie lange dieser Kontaktlinsentyp nach dem ersten Öffnen genutzt werden kann. Wichtig: Dabei kommt es nicht darauf an, wie oft die Linse getragen wurde, sondern auf die verstrichene Zeit seit Packungsöffnung. Wenn z.B. eine Monatslinse in 30 Tagen nur ein Mal getragen wurde, muss sie dennoch entsorgt werden! Tauschsysteme bieten sich vor Allem bei nur gelegentlicher Nutzung oder starker Neigung zu Ablagerungen an. Weiterhin sind sie oftmals weniger pflegeintensiv. Dies gilt natürlich insbesondere für Tageslinsen, welche bereits nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden.

3.) Optik: Sphärische, torische oder multifokale Kontaktlinse?

Sphärische Kontaktlinsen sind solche, welche nur eine Fehlsichtigkeit (wie Kurz- oder Weitsichtigkeit) ausgleichen.
Torische Kontaktlinsen werden verwendet, wenn zusätzlich ein so genannter Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) ausgeglichen werden muss.
Bi- oder Multifokale Kontaktlinsen kommen zum Einsatz wenn für die Ferne UND die Nähe unterschiedliche Stärken benötigt werden.

4.) Farbigkeit

Farbige Linsen (auch „kosmetische Kontaktlinsen“ genannt) gibt es in zwei Versionen: Farbverändernde und Farbunterstützende.
Farbverändernde Kontaktlinsen überdecken regelrecht die eigene Augenfarbe. Da die Farbe nicht durchsichtig ist, haben sie eine Durchblicksöffnung für die Pupille.
Farbunterstützende Kontaktlinsen haben im Gegensatz dazu keinen Durchblicksöffnung. Sie sind komplett farbig – jedoch ähnlich einer Sonnenbrille nur so stark, dass man noch problemlos durchschauen kann.

5.) Material-Systeme (nur bei weichen Kontaktlinsen)

Bei weichen Kontaktlinsen (Tauschsysteme) gibt es weiterhin verschiedene Materialsysteme, welche sich in der Qualität und ihrem „Können“ und somit letztendlich auch im Preis voneinander unterscheiden. Bei der Marke Lenscare werden z.B. konventionelle Systeme, Gel- Systeme und Silikon-Hydrogel-Systeme unterschieden. Die hochwertigeren Systeme ermöglichen dabei längere (tägliche) Tragezeiten und einen erhöhten Tragekomfort.

6.) Weitere, unterscheidende Merkmale von Kontaktlinsen (bei jeder Kontaktlinse auf der Packung angegeben)

Wassergehalt: Je nach Beschaffenheit des Tränenfilms wird bei konventionellen, herkömmlichen Materialien ein bestimmter Wassergehalt notwendig. Dieser wird in Prozent angegeben. Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass ein hoher Wassergehalt gut bei trockenen Augen sei. Im Gegenteil zieht jedoch eine weiche Kontaktlinse mit hohem Wassergehalt vor allem viel Wasser aus dem Tränenfilm ab! Das trifft nicht auf so genannte Gel-Systeme oder Silikon- Hydrogel-Systeme zu.
BC-Wert: Beschreibt die individuell verschiedene Krümmung bzw. Wölbung der Kontaktlinse
DIA: Beschreibt den Durchmesser oder -- anders gesagt -- die Größe der Kontaktlinse
PWR oder DPT: Beschreibt die Brechkraft der Linse, die Dioptrin (auch „Power“ genannt). Bei Kurzsichtigen ist dieser Wert negativ, bei Weitsichtigen positiv.
Cyl + Axis: Angabe für den Ausgleich einer ggf. bestehende Hornhautverkrümmung
Add: Beschreibt den Nahzusatz bei Multifokalen Kontaktlinsen

Und wo bekommt man Kontaktlinsen?

Wenn Sie Erstverwender(in) sind, ist es wichtig zunächst zu einem spezialisierten Augenoptiker oder Augenarzt gehen und sich die Kontaktlinsen dort anpassen lassen. Später, wenn Sie Ihre individuellen Werte kennen, können Sie auch bequem im Internet einkaufen, z.B. bei der 4CARE AG unter www.lenscare.de (ab 1. Oktober 08 unter www.lensbest.de).